Grundlegendes zur aufsteigenden Mauerfeuchtigkeit

Eine Umfrage, die vor einigen Jahren in Österreich durchgeführt, und auch in einem viel beachteten Artikel der Fachzeitschrift „Renovation” veröffentlicht wurde, brachte erschreckende Tatsachen zu Tage: „Althausbesitzer, deren feuchte Gebäude unter aufsteigender Nässe litten, gaben zu etwa 50 % andere Durchfeuchtungsursachen an als die „aufsteigende Feuchtigkeit”. Die Nähe zum See und die schlechten Baustoffe des Verputzes wurden als „Ursachen” genannt. Das stimmte natürlich alles nicht! Sie alle verstanden einfach den Mechanismus bzw. die Gesetzmäßigkeit der aufsteigenden Mauerfeuchtigkeit nicht.

Eine der Hauptursachen von Feuchteschäden bei Altbauten ist die aufsteigende Mauerfeuchtigkeit. Dabei handelt es sich um das Phänomen, dass bei einer schadhaften oder fehlenden horizontalen Abdichtung poröse Baustoffe (in den meisten Fällen Ziegel oder Natursteine) die Wassermoleküle aus dem Untergrund „ansaugen” und somit die Wände mit der Zeit stark durchnässt werden.

Die Bauforschung in Österreich zeigt auf, dass beispielsweise die alte Teerpappe, die als waagerechte Feuchtigkeitssperre in der Nachkriegszeit eingesetzt wurde, schon nach 30 bis 50 Jahren porös werden kann. Ähnliches passierte mit der flüssigen Bitumenschicht, die anstatt der Teerpappe eingesetzt wurde. Die Bodenfeuchtigkeit steigt in den winzigen Hohlräumen der Mauern, dem Kapillarsystem, den haarfeinen winzigen Kanälen von festen Stoffen, nach oben und verdunstet in der sogenannten Verdunstungszone (siehe nächste Grafik). Man spricht daher auch von kapillarer Mauerfeuchtigkeit. Somit kann folgende Regel aufgestellt werden:

EIN PORÖSES MAUERWERK, DESSEN WAAGERECHTE FEUCHTIGKEITSABDICHTUNG FEHLT ODER SCHADHAFT IST, KANN BODENFEUCHTIGKEIT AUFSAUGEN.

Im trockenen Zustand trägt das poröse Kapillarsystem mit dazu bei, dass die Mauer „atmet”, also bei Bedarf Feuchtigkeit in geringen Mengen aufnimmt und wieder abgibt. Genau genommen trägt natürlich die Wandoberfläche, in diesem Falle der Putz, die Hauptaufgabe der vorübergehenden Luftfeuchtigkeitspufferung, beziehungsweise der Luftfeuchtigkeitsabgabe. Je offenporiger die Wandoberfläche, 17 desto mehr Luftfeuchtigkeit kann sie natürlich speichern…

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